Der typische Geruch alter Bücher entsteht meist dort, wo sie lange gestanden sind: im Keller, auf dem Dachboden oder in einer Kiste, in die kaum frische Luft gekommen ist. Papier und Einband nehmen den Geruch der Umgebung auf und geben ihn nur langsam wieder ab. Das gilt für Erbstücke ebenso wie für Funde vom Flohmarkt, und es lohnt sich, ihnen ein wenig Zeit zu schenken, bevor sie ins Wohnzimmerregal wandern.
Stellen Sie das Buch aufrecht auf und fächern Sie die Seiten leicht auf, sodass die Luft dazwischen gelangen kann. Ein Platz mit sanftem Luftzug, etwa in der Nähe eines gekippten Fensters, eignet sich am besten. Direkte Sonne sollten Sie meiden, denn sie lässt Einbände ausbleichen und macht das Papier mit der Zeit spröde. Drehen Sie das Buch hin und wieder um, damit beide Seiten Luft bekommen.
Blättern Sie die Seiten vorsichtig einzeln durch, wenn sie zusammenkleben oder klamm wirken, und legen Sie das Buch danach wieder offen hin. Geduld ist hier wichtiger als Eile, denn ein Geruch, der sich über Jahre festgesetzt hat, verschwindet nicht an einem Nachmittag. Bücher mit besonders starkem Geruch stellen Sie am besten getrennt von den anderen auf, damit sich nichts überträgt.
Das Regal danach
Wenn das Buch wieder frisch genug wirkt, geben Sie ihm im Regal etwas Platz. Zu eng gestellte Bücher bekommen kaum Luft, und ein Regal an einer kalten Außenwand oder direkt am Boden bleibt gern etwas klamm. Ein Abstand zur Wand und eine lockere Reihung helfen dem ganzen Bestand, frisch zu bleiben. Wer viele alte Bücher besitzt, lüftet sie am besten reihum, sodass jedes Buch zwischendurch frische Luft bekommt. Wischen Sie auch das Regalbrett vorher mit einem trockenen Tuch ab, damit Staub und alter Geruch nicht gleich wieder zurückkehren.
Ein offenes Gefäß mit Natron oder trockenem Kaffeesatz neben den Büchern kann einen Teil des Geruchs aus der Luft binden. Stellen Sie es aber nicht direkt auf das Papier. Lüften Sie den Raum regelmäßig, und bewahren Sie Bücher künftig dort auf, wo es trocken ist und die Luft in Bewegung bleibt. So bleiben auch neue Fundstücke lange angenehm zu lesen.